Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muß die Treppe benützen.

Emil Oesch

Finale Ideenwettbewerb: Innovationen bis zum Mond

Vom selbstbremsenden Kinderwagen über futuristische E-Ultraleichtleichtfahrzeuge bis hin zur kabellosen Stromübertragung: Mit TeilnehmerInnenrekord ging gestern der elfte Ideenwettbewerb der Hightechschmiede Science Park in Graz über die Bühne. Erstmals wurde auch die beste Idee mit Weltraumbezug prämiert.
„Start-Ups sind die neuen Rockstars – wir wollen mit Wettbewerben wie diesen die hohe Innovationskraft der steirischen Gründerszene aufzeigen, Lust auf das Unternehmertum machen und so den Anstoß zum Unternehmen von Morgen geben“, erklärt der Geschäftsführer des Science Park Graz, Martin Mössler.  

 

Die Kategorie-PreisträgerInnen 2017
Hilfestellung für hochgradig behinderte Menschen bietet die Idee von Niels Buchhold, Sieger in der Kategorie „technologie-orientiert“: Sein neuartiges Bediengerät unterstützt beeinträchtigte Personen etwa bei der Steuerung von elektrischen Rollstühlen oder Computern. Ein Vorteil: „Das Bediengerät ist lernfähig und so in der Lage, sich auf den Grad der Behinderung individuell einzustellen“, erklärt Buchhold.  

Unter anderem dem Gesundheitswesen kommt die Forschung von Michael Haas, Preisträger in der Kategorie "Innovativ-orientiert" zu Gute: Da in der Zahnmedizin beim Einsatz von Zahnfüllungen aktuell häufig gesundheitsgefährdende, toxische Reaktionen entstehen, hat der Wissenschaftler mit Hilfe des chemischen Elements Germanium ein System entwickelt, mit dem ohne toxische Reaktionen Zahnfüllungen eingesetzt werden können. "Das ist für den Patienten nicht nur wesentlich gesünder, sondern in der Gesamtanwendung auch günstiger – unser Verfahren beläuft sich auf etwa ein Fünftel des ursprünglichen Preises", erklärt Haas.  

Bereits gegenwärtig nützt „cocoome 3in1“, die siegreiche Idee von Julia Pötsch in der Kategorie „kreativ-wirtschaftlich“: Dank eines einfachen Clip-Befestigungs-Systems verwandelt „cocoome“ aus jeder Jacke eine Umstands- und Tragejacke – mit einem Zusatzmodul kann das Inlay auch in einen Fußsack für den Kinderwagen verwandelt werden. „Aktuell bearbeiten wir intensiv unsere Crowd-Funding-Kampagne, um weiter expandieren zu können“, erklärt die zweifache Mutter Pötsch.


Förderung für weibliches Unternehmertum
Den Sonderpreis für die „beste Einreicherin“ sicherte sich Afamia Jaddah: Mit einer interaktiven und kostenlosen Lernplattform will sie spielerisch Deutsch-Kenntnisse und Digital-Fähigkeiten vermitteln – als Anreiz winken den Usern Museums-Tickets, Zeitungsabos und Gutscheine. Aktuell ist Jaddah auf der Suche nach Sponsoren, Unternehmen und Kooperationspartner, die sich für Bildung und Integration in Österreich einsetzen möchten.

„Spezialpreis“ der ESA
Durch die im Herbst des vergangenen Jahres erfolgte Ansiedelung der Weltraumorganisation ESA im Science Park Graz wurde erstmals auch die beste Idee mit Weltraumbezug prämiert: Das Team rund um Thomas Grübler entwickelt einen derzeit in der Konzeptphase befindlichen standardisierten Satelliten-Cube, der künftig Komponenten und Gegenstände von der Erde ins Welt-All befördern soll. "Unsere Transport-Satelliten, die wie eine Art Bus funktionieren, sollen in der Zukunft die für Forschungsprojekte notwendige Infrastruktur unkompliziert und vergleichsweise kostengünstig ins All liefern", erklärt der Forscher, der die Basis für die Entwicklungen an der Technischen Universität in München gelegt hat.

So funktioniert der Science Park Graz

Wussten Sie?

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Wir in den Medien

Startup Schmiede Science Park Graz: Startups zünden Ideenfeuerwerk » mehr 24.12.2014, Kleine Zeitung